Start <<< Musik << Verlag < [Texte]


Die Rechte an den hier veröffentlichten Texten liegen alleine bei mir. 

Es ist mir allerdings kein Problem, eigentlich sogar eine Freude, wenn euch einer dieser Texte so gut gefallen sollte, dass ihr ihn auf irgend eine Weise weiter verwendet.
Dann wäre es natürlich schön, wenn ihr auf meine Urheberschaft hinweisen würdet und es würde mich freuen, wenn ich z. B. per eMail von euch eine kurze Nachricht erhielte. Das tut dann meiner Eitelkeit gut: Kontakt

Nicht im Sinne des Erfinders - bzw. in diesem Falle besser des Texters - wäre es, wenn ihr an meinen Texten in irgend einer Art und Weise verdienen wolltet, sei es durch Druck, anderweitige Veröffentlichung, weitere Vertonung, etc.
Ich bin mir sicher, dass wir uns im Falle einer solchen gewünschten Nutzung auf dem Wege kurzer und einfacher Verhandlungen über ein mögliches Entgelt einig werden.

Die Texte auf dieser Seite können sich von den Liedertexten, so wie sie auf den CDs oder Liederabenden zu hören sind, durchaus leicht unterscheiden. 

Viel Spaß beim Lesen!

  1. Titel in alphabetischer Reihenfolge 

Leerzeile

A 94
Achterbahn
Alles Gute zum Geburtstag...
Ballade vom Lernen
Bleib' so wia du bist
Clowns
D' Sonn
da sein
Des hätt' i niamois denkt
Don Quijote
Eiszeit
Entschuldigung
Es duat mir Leid
Frühling, Sommer, Herbst
Grabstein
Hakenkreuze
I war am Ende
Ikaros
Im Namen Jesu Christi
Ja ich bin wieder do
Kinder san da Wahnsinn     Das Lied wird fortgesetzt durch Uns're Kloana werd'n groß
Mag sein ...
Maskenball
Ob Ameisen die bess'ren Menschen sind?
Schau dir 'moi de Stern' o' in da Nacht
Uns're Kloana werd'n groß    Das Lied ist die Fortsetzung von Kinder san da Wahnsinn
Untergang der Titanik
Von Ameisen ein bisschen was ...
Vulkan
Wenn de Wolken ...
Wer ohne jede Sünde ist
Werbung macht das Leben leichter
Wir sind manchmal wirklich komisch
Wir standen einst im Sonnenschein

Leerzeile

  2. Texte (Hier eine Auswahl von einigen wenigen meiner Texte, deren Titel unter 1. zu finden sind.)

 

Maskenball (Herrn Koch, dem Ministerpräsidenten von Hessen)

Der Saal ist voller Leute und die Stimmung ist sehr gut,
der Rhythmus der Musik und auch der Wein, die geh'n ins Blut,
die Menschen tragen Masken, man erkennt sie nur noch schwer,
- Fasching heißt maskieren und du bist du selbst nicht mehr.

Wer weiß genau, mit wem er tanzt, wer schaut einen so an?
Wer weiß das schon, wenn man nur in zwei Augen sehen kann?
Und doch macht das die Sache erst so richtig int'ressant:
- Maskenball ist angesagt, ich werde nicht erkannt.

Er flüstert ihr ins Ohr hinein, wie sehr dass er sie liebt,
und dass es für ihn auf der ganzen Welt nur eine gibt,
verspricht ihr, dass er sie für's ganze Leben glücklich macht
- doch er denkt dabei nur an den Spaß in dieser Nacht.

Sie klären brutalstmöglich auf, wenn's wo nach Schwarzgeld stinkt,
sie sind entrüstet, wenn das eine Wählerstimme bringtt,
Politiker bekämpfen jedes Unheil, das passiert
- und versprechen allen alles: Sie sind gut maskiert.

nach oben

 

Ikaros

Wie Ikaros, so wollte ich es wagen
ganz nah zu sein der Sonne hellem Glanz.
Es sollten mich die Feder-Flügel tragen:
Mit festgezurrten Schwingen,
so sollte er gelingen
in hohen Lüften, vogelgleich, ein Tanz.

Wie Ikaros, so steckte ich die Kiele
der Federn mir mit Wachs ans harte Holz,
verfolgte gleich ihm selbst all meine Ziele:
Ich wollt' der Welt entschwinden,
wollt' allem mich entbinden
entrückt den Menschen mit des Adlers Stolz.

Wie Ikaros, so band ich meine Flügel
mit Riemen mir an meinen starken Arm,
erklomm im Tau des Morgens einen Hügel,
bewegte auf und nieder
das mächtige Gefieder
und folgte lachend einem Vogelschwarm.

Wie Ikaros im Angesicht der Sonne
so wollt' verbrennen ich im gold'nen Schein,
besinnungslosen Sturz ins Meer der Wonne,
die Kräfte jedoch schwanden,
in Dornen musst' ich landen
und lag verletzt auf hartem, kalten Stein.

nach oben

 

Clowns

1. Der Zirkusdirektor steht in der Manege
geschminktes Gesicht, Haartoupet,
schon lang’ ist es nicht mehr so lustig gewesen,
die Lachmuskeln tun uns schon weh.

2. Als Clown bring er Eltern und Kinder zum Lachen,
er stolpert und steht wieder auf,
macht Witze, Grimassen und komische Sachen
und setzt immer noch einen d’rauf.

3. Und niemand kennt seine geheimen Gedanken,
man sieht nicht sein wahres Gesicht,
Finanznöte brachten den Zirkus in's Wanken,
sein Lebenswerk krankt und zerbricht.

4. Doch aus der Entfernung sieht keiner die Tränen,
das Lachen ist laut und fast schrill,
er will lieber eingeh’n als bettelnd sich schämen
und ich seh’ nur was ich will.

Ref.: Die Clowns bringen uns immer wieder zum Lachen
mit ihrem geschminkten Gesicht,
doch innen rein sieht man halt nicht.

Ich lach’ nun mal gern’ über lustige Sachen,
was rührt mich des anderen Kern,
ich lache dafür viel zu gern.

Soll ich mir die Sorgen der anderen machen,
ich ahn’ doch nicht, daß ‘was nicht stimmt,
wenn der sich so komisch benimmt.

5. Probleme mit Noten, Probleme zu Hause,
darum spielt er manch’ bösen Streich,
Probleme im Unterricht und in der Pause
mit Schülern und Lehrern zugleich.

6. Er würde gern’ weinen vor Angst und vor Kummer
doch würdig steht er seinen ‘Mann’,
darum zeigt er gleich eine witzige Nummer,
als Clown kommt er immer noch an.

Ref.: Die Clowns bringen uns immer wieder zum Lachen ...

7. Familie zerrüttet und nervlich am Ende
und allzu viel Stress im Beruf,
verkriecht er sich gern' hinter Mauern und Wände,
die er sich aus Eitelkeit schuf.

8. Die Lebensdevise hieß nur nicht versagen
und niemandes Hilfe erfleh’n,
d’rum sieht man ihn lustig und ohne zu klagen
als Clown durch sein Leben nun gehn.

Ref.: Die Clowns bringen uns immer wieder zum Lachen ...

nach oben

 

A 94

1. Es gibt in uns’rer Gegend no so Eckerl
mit wenig Leit und dafür ganz vui Rua, 
es gibt sie no, de staad’n, wuid’n Fleckerl
so wia ma sie sich’s vorstellt, - de Natur.

2. Und solche Platzerl find’t ma’ an da Isen,
am Flüsserl zwischen Isar und am Inn,
und links und rechts davon san g’sunde Wiesen
und Au’woid mit zigtausend Vögeln d’rin.

Ref. Doch mir Mensch’n woll’n mobil sei und mir wui mi’n Auto fahr’n,
und nirgens geht des schnoia ois wia auf da Autobahn.
Es werd bereits - de - Trasse ‘plant und wahrscheinlich boid ‘baut,
a Landstrich unser’m Geschwindigkeitswahn g’opfert und versaut.

3. Es gibt in unser’m Land scho’ no so Eckerl,
wo sich d’Natur no’ wirklich selber g’hört,
es gibt sie no, de staad’n, wuid’n Fleckerl
no net begradigt, zua’baut oder ’teert.

Ref. Doch mir Mensch’n woll’n mobil sei und mir wui mi’n Auto fahr’n,
und nirgens geht des schnoia ois wia auf da Autobahn.
Es werd bereits - a’ - Trasse ‘plant und wahrscheinlich boid ‘baut,
a Landstrich unser’m Geschwindigkeitswahn g’opfert und versaut.

nach oben

 

Frühling, Sommer, Herbst

Es is no net lang her, do hot de Woit rings um uns bliaht,
sie war so frisch und duftig, war so farbenfroh verziert,
und überall war olles no’ im Wachs’n , voll im Saft
und ois – und net zuletzt du selbst – hot g’strotzt vor lauter Kraft.

Des Leb’n is langsam träger word’n, vorbei der Tatendrang,
statt Blütenpracht und Farbenreichtum, Duft im Überschwang
do wachs’n jetz’ ganz langsam Früchte und werd’n groß und sche
und jetz’ – und net zuletzt bei dir – do draht sich ois um de.

Es naht de Zeit der Ernte, es liegt Hitz’n über’m Land,
doch in der Früh, ziagt täglich scho’ der Nebe’ umeinand’.
Es hängen schwar die Früchte dro’ und ziag’n an jedem Ost,
sie ziag’n – und net zuletzt du selbst – gibst olles, wos du host.

Ref.
Noch Frühling, Sommer, Herbst,
noch Frühling, Sommer, Herbst,
noch Frühling, Sommer, Herbst, scho’ glei’ dahinter, -
(noch Frühling, Sommer, Herbst) kimmt dann da Winter?!?!

Es naht de Zeit der Ernte, es liegt Hitz’n über’m Land,
doch in der Früh, ziagt täglich scho’ der Nebe’ umeinand’.
Es hängen schwar die Früchte dro’ und ziag’n an jedem Ost,
sie ziag’n – und net zuletzt du selbst – gibst olles, wos du host.

Ref.
Noch Frühling, Sommer, Herbst, ...

nach oben

 

da sein

1. Im Zirkuszelt, im Stadion, da sitzen dicht gedrängt
die Menschen beieinander;
auf Kundgebungen stehen eng von Nachbarn eingezwängt
die Menschen beieinander.
Und doch bleibt in der Masse oft ein jeder nur ein Punkt;
so dass es zwischen ihnen oftmals nicht mehr richtig funkt.

2. Die Mode macht uns gleich und alle passen wir in’s Bild,
wir passen gut zusammen
und wechseln unser Äußeres von ‘angepasst’ bis ‘wild’,
wir passen gut zusammen.
Und doch wischt jeder Trend auch die Persönlichkeit hinweg
und Masken kennenlernen langweilt und verfehlt den Zweck.

REF.: Gemeinsam, gemeinsam,
und doch so oft auch einsam
leben wir Menschen das Leben,
was kann uns wohl Gemeinschaftssinn geben?

Gemeinsam, gemeinsam,
und doch so oft auch einsam;
wenn wir mal Hilfe bekämen,
dann sagen wir nein, weil wir uns schämen.

Gemeinsam, gemeinsam,
und doch so oft auch einsam
fristen wir oft unser Dasein;
wir sollten füreinander doch da sein!

3. Auf Partys und auf Festen treffen wir uns oft und gern;
dann lernen wir uns kennen;
Musik tönt lauter als Gespräche, das darf uns nicht stör’n;
dann lernen wir uns kennen.
Wir trinken und wir essen, es ist schön dabei zu sein,
doch letztlich bleibt im lauten Trubel doch jeder allein.

REF.: Gemeinsam, gemeinsam, ...

4: Wir sitzen in der Kirche, alle schauen wir nach vor’n
und feiern miteinander;
wir geben uns die Hand, wir sind zum Frieden „auserkor’n“
und feiern miteinander.
Gemeinde sind wir, brechen uns zusammen unser Brot
und kennen trotzdem oftmals nicht des nächsten Nachbarn Not.

nach oben

 

Untergang der Titanik

1. Das Schiff war unterwegs als eine Predigt aus Metall
und sollte uns`re wahre Größe zeigen;
d’rum jubelten die Menschen auf der Erde überall;
es fühlten arm und reich
dem Schöpfer sich jetzt gleich
weil wir nun ‘mal zu Größenwahnsinn neigen.

2. Der Luxus und die Größe, die geniale Konstruktion;
sie schienen damals kaum zu überbieten,
was sollte dieser Festung auf dem Wasser jemals droh’n,
Symbol der Sicherheit,
ein Wunder jener Zeit
aus Fortschrittsglauben, Technik, Stahl und Nieten.

Ref.: Untergang der Titanik!
Hat sich da die Menschheit vielleicht selber überschätzt?
Untergang der Titanik!
Zu sehr auf Beherrschung der Naturkräfte gesetzt?
Untergang der Titanik!

3. Ein Wunderwerk der Technik produziert für uns den Strom;
die Kräfte der Natur müssen sich beugen,
die Energie befreien wir geschickt aus dem Atom.
Wir können strahlenfrei
fast ohne CO
2
ihn wirklich sicher, massenhaft erzeugen.

Ref.: Untergang der Titanik-  . . .

4. Die Pflanzen und die Tiere haben wir von Herzen gern,
sie machen unser Leben so viel schöner,
und wenn uns deren Eigenschaften hin und wieder stör’n,
verändern wir ein Gen,
so wird, ihr werdet seh’n,
die Erde produktiver und bequemer.

Ref.: Untergang der Titanik-  . . .

5. Aktiv und selbstbewusst gestalten wir uns uns’re Welt,
das unterscheidet uns doch von den Tieren,
wir nehmen uns was nötig ist und was uns gut gefällt
und gibt es ein Problem
in unserem System,
dann lösen wir’s durch schnelles Reagieren.

nach oben

 

Schau' dir 'moi de Stern' o' in da Nacht

Hey, schau dir moi de Stern’ o in da Nacht,
des Blinkern und des Schimmern und de Pracht.
Im Liacht von dene Stern’,
do könnt i mi’ verlier’n
und tät auf oamoi gern
do aufifliag’n.

Hey suach dir in am schena, oid’n Woid
a Stoi, wo’s ruhig is und de dir g’foit
und sitz di an an Bam
und hör in dera Ruah
dem Woid fast wia im Tra’m
beim Red’n zua.

Hey stell di an a Steilwand in de Berg
und schau noch ob’n, und fui dich wia a Zwerg,
erhebend is des G’fui,
do kimmt a Ehrfurcht auf,

i käm a wann i wui
do niamois nauf.

Hey stoi di auf an oid’n Kirchaturm
im Winter bei am ganz am schwera Sturm.
Do werd da angst und bang,
do spürst du die Gewoit
und denkst villeicht, wia lang
der Turm no hoit.

Hey stell di moi an’s riesig weite Meer
und d’Brandung arbat’ d’Felsen richtig her,
sie schlogt an d’Steilwand hi’
und’s Wasser schiaßt in d’Höh,

i merk, wia kloa i bi’
bevor i geh.

nach oben

 

Bleib' so wia du bist (Hermann)

Du träumst - - von bunten Blumenwiesen,
du riechst - - so gern das trock’ne Heu,
du musst - - manchmal die Augen schließen,
dann fühlst - - du dich ganz leicht und frei.

Du schaust  - - in allerlei Gesichter,
versuchst, - - Geschichten d’rin zu seh’n,
du sprichst - - behutsam wie ein Dichter,
du willst - - die ander’n echt verstehn.

Du bist nicht ganz normal und du gehst nicht mehr mit der Zeit,
du scheinst manchmal aus einer ander’n Welt.
Nicht treiben lassen in dem Sog der Oberflächlichkeit
ist das was für dich mehr als jede Mode-Strömung zählt.

Du stehst  - - auf Treue und Verstrauen,
doch nie - - auf Stolz und Hinterlist,
versuchst - - auf Freundschaften zu bauen,
genießt - - das Leben wie es ist.

Du kannst  - - mit Leuten wirklich reden,
du magst - - gern’ düst’res Kerzenlicht,
verstehst - - so vieles und fast jeden
und dich  - - versteh’n so viele nicht.

Du bist nicht ganz normal und du gehst nicht mehr mit der Zeit,
du scheinst manchmal aus einer ander’n Welt.
Nicht treiben lassen in dem Sog der Oberflächlichkeit
ist das was für dich mehr als jede Mode-Strömung zählt.

Bleib - - so wie du bist,
bleib - - so wie du bist,
ich hoff’ du lässt ich von dem Strom der Zeit niemals besiegen.
Bleib - - so wie du bist,

bleib - - so wie du bist
und lass dich von den Zwängen dieser Welt nicht unterkriegen.

Du bist nicht ganz normal und du gehst nicht mehr mit der Zeit,
du scheinst manchmal aus einer ander’n Welt.
Nicht treiben lassen in dem Sog der Oberflächlichkeit
ist das was für dich mehr als jede Mode-Strömung zählt.

nach oben

 

Von Ameisen ein bisschen was ...

1. Als Kind da saß ich oft und gern’  
vor jenen schönen Haufen
wo tausende ganz ohne Lärm
- so emsig, fleißig laufen.
 

2. Das Bauwerk, hochhausähnlich groß
mit unzähligen Gängen,
wie schaffen sie das alles bloß?
- Sie lassen sich nie hängen.

3. Sie tragen zehnfach ihr Gewicht
und tun in jedem Falle
das was sie tun gar niemals nicht
- für sich sondern für alle.
 

4. Das Volk und gar nichts and’res zählt,
sich selbst ist keiner wichtig,
beherrschen so die große Welt
- und sind doch klein und nichtig.
 

5. Ein Tritt oft nur und der aus Spaß
macht hunderte zunichte,
von Ameisen ein bisschen was

- stünd' uns gut zu Gesichte.

nach oben

 

Ob Ameisen die bess'ren Menschen sind?

Wir Menschen sind die Meister-Architekten,
verwirklichen gern’ all uns’re Ideen,
die gestern noch in uns’ren Köpfen steckten
und lassen große Bauwerke entsteh’n.
Wir planen hoch hinauf, ganz weit nach oben,
dort wo der Schöpfung Krönung hingehört,
als die wir uns ganz gerne selber loben,
dort sind wir unter uns und ungestört.
Als Kinder trampelten wir gern mit den Füßen
der Ameisen Paläste völlig platt.
Sie mussten Ihre Körpergröße büßen,
obwohl ein solcher Bau,
schaut man einmal genau,
 
sehr viel von uns'ren Hochhausbauten hat.

Auf Wegen sind wir häufig und auf Straßen,
zu Fuß oder auch gern motorisiert,
man sieht uns wirr in jede Richtung rasen,
so dass man schnell den Überblick verliert.
Betrachtete man das aus großer Weite,
so säh’ das aus, als hätten wir kein Ziel,
als ob die Lust zur Hektik uns nur leite,
die Lust auf Chaos im Verkehrsgewühl.
Wir kennen ganz genau die gleichen Bilder
von Ameisen, ihr Krabbeln hin und her
erscheint zunächst vielleicht noch etwas wilder,
 
doch wenn man länger schaut,
scheint doch das Bild vertraut,
es ähneln uns die Ameisen doch sehr.

Wir Menschen zeichnen uns vor allen Tieren
durch Planung aus, verfolgen meist ein Ziel,
wir können uns auf etwas konzentrieren
und wollen für uns selber oft sehr viel.
Den Nächsten dabei hinter uns zu lassen
ist dabei nur ein Kavaliers-Delikt,
die Chancen gilt es rücksichtslos zu fassen,
die uns der Himmel oder sonst wer schickt.
Von Ameisen, da trennen uns hier Welten,

weil jede nur dem Allgemeinwohl dient,
für sich alleine schuften sie nur selten.
Wenn nur Gemeinschaft zählt,
die Frage sei gestellt,
ob Ameisen die bess'ren Menschen sind.

nach oben

 

Im Namen Jesu Christi (Herrn Pfarrer Niedermeier, den ich durchaus schätze)

Im Namen Jesu Christi wurden Menschen missioniert,
das Christentum eroberte die Welt,
die Mönche suchten Völker, die im „Unglauben verirrt“,
dort haben sie von Jesus dann erzählt.
Doch Herrscher dachten weniger an Predigt denn an Macht,
sie haben diesen Glauben nicht gelehrt,
sie haben ihn ihn den „Heiden“ so ganz anders „beigebracht“:
Wen Druck nicht überzeugte
und wer sich ihm nicht beugte,
           - der starb unter dem Schwert.

Im Namen Jesu Christi ging der Aufruf in die Welt
vom Sultan Palästina zu befrei’n,
es wurden Kreuzzugs-Heere in Europa aufgestellt,
wer mitzog würde frei von Sünden sein.
Gemordet und geplündert wurde auf dem Weg dorthin
und ebenso am lang ersehnten Ziel,
im Blutrausch rafften Kinder, Frauen, Männer sie dahin,
als dann am bitt’ren Ende
Jerusalem in Hände
          - der Christenmenschen fiel.

Im Namen Jesu Christi saß die Kirche zu Gericht,
Prozesse ohne Milde und Geduld,
erkannten die Beschuldigten ein Fehlverhalten nicht,
gestanden sie nach Folter ihre "Schuld".
Verdacht auf ungebührliches Verhalten langte schon:
Ob da im Bund mit Teufeln jemand stand?
Sogleich ermittelte die heilige Inquisition
und oftmals wurden Leute
vor wild jubelnder Meute
          – verurteilt und verbrannt.

Im Namen Jesu Christi predigt man der ganzen Welt
von Sünde und Versuchung und Moral,
die körperliche Liebe nur aus Lust heraus, die zählt
zu ersterem und führt zur Höllenqual.
Die Liebe hat für Kirchenfürsten Nachwuchs nur zum Ziel,
deswegen ist Verhütung nicht erlaubt!
So viele kriegen AIDS und Kinder sterben viel zu viel:
In vielen armen Ländern
da müsste man doch ändern,
         
was so die Würde raubt!

nach oben

 

Mag sein ...

1. Mag sein, dass Menschen lautstark fluchen,
dass nichts mehr richtig Freude macht,
dass sie nicht finden, was sie suchen,
und  keiner mehr von Herzen lacht.
Mag sein, dass sie dann Gott entmachten,
dass Stolz und Hochmut sie regiert,
dass sie nach noch mehr Wissen trachten,
und dieses sie zum Tun verführt.

Mag sein, dass Dinge dann entgleiten,
dass jeder jedem Schuld zuschiebt,
dass sie sich um Konzepte streiten
und ob es denn noch Rettung gibt.

2. Mag sein, dass wir dann kleinlaut wimmern,
dass uns der Strahl der Sonne schmerzt,
dass Meere giftig, ölig schimmern,
und dichter Rauch den Himmel schwärzt.
Mag sein, dass Quellen dann versiegen,
dass Ackerland der Wüste weicht,
dass Felder unter Flugsand liegen,
und uns die Nahrung nicht mehr reicht.

Mag sein, dass an den Meeresküsten,
dass an den Ufern Abfall treibt,
dass Sturmfluten das Land verwüsten,
und Menschen nur die Flucht noch bleibt.

3. Mag sein, dass einige dann beten,
dass Finsternis den Blick verwehrt,
dass Flüsse über´s Ufer treten,
und Blitz auf Blitz hernieder fährt.
Mag sein, dass Wirbelwinde stürmen,
dass schwerer Regen ringsum fällt,
dass Berge sich vor uns auftürmen,
und Endzeitstimmung sich einstellt.

Mag sein, dass Flüsse blutrot leuchten,
dass Leichen uns´re Wege zier´n,
dass die kreppier´n, die wir verseuchten,
und Hass und Tod und Krieg regier´n.

4. Mag sein, dass ich dann - nicht mehr sein mag.

nach oben

 

Hakenkreuze

Wer Hakenkreuze irgendwo an Mauern oneschmiert,
an Hitler oder eam sei Politik glorifiziert,
wer Gräber schändet, weil die Schrift do drauf hebräisch scheint,
und moant, des oide Deutsche Reich g’hört wieder moi vereint, ...

... der hot nix g’lernt, hot nix kapiert, der hot für mi koa Hirn,
der muaß in uns’rer G’sellschaft einen Widerwill’n spi(ü)r’n,
drum deat’s eich z’amm,
dass irgendwann,
de recht’n Schläger und de Schreier möglichst boid kapier’n:

Kinnt’s no so plärr’n,

mir dean (tun) uns wehr’n,
dass Fremdenhass und Ausgrenzung bei uns net funktionier’n.

Wer gröhlend durch die Straßen ziagt, de Hand beim Hitlergruaß,
so dass a jeder Fremde bei uns wieder Angst hob’n muaß,
wer menschenfeindlich’s Liadguat o’hört oder lautstark singt,
und rechte Propaganda macht und unter d’Leut ‘neibringt, ...

... der hot nix g’lernt, hot nix kapiert, der hot für mi koa Hirn, ...

Wer sogt, Deutsche Soldaten hätt’n fast nia a Unrecht do,
den Niedergang im Weltkriag heut no net verkraft’n ko,
wer Witze über Juden oder Farbige verzoit,
bei Wahlen de Parteien ganz am rechten Spektrum woit, ...

... der hot nix g’lernt, hot nix kapiert, der hot für mi koa Hirn, ...

nach oben

 

Eiszeit

Die Berge sind bedeckt von weißen Massen,
die schieben sich ganz langsam in das Tal,
die Welt scheint ausgestorben und verlassen,
die Kälte macht das Leben hier zur Qual.

Das Eis, es schleift die Kanten, formt die Täler,
es schiebt und reißt, zerstört mit aller Kraft,
nur vorne wird die Gletscher-Zunge schmäler,
dort wo sie ein Moränenbecken schafft.

Eiszeit, Eiszeit,
Kälte macht sich breit.

Nach hunderten und tausenden von Jahren,
da schmolzen dann das Eis und auch der Schnee,
wo einst die eisigen Giganten waren,
da liegt dann nur noch irgendwo ein See.

Das Klima heute wird bedrohlich wärmer,
doch menschlich gibt’s viel, was nicht funktioniert,
wir werden an Gefühlen immer ärmer,
wir sind manchmal so kalt, dass mich fast friert.

Eiszeit, Eiszeit,
Kälte macht sich breit.

Der Mensch muss funktionier’n wie die Maschine,
wenn nicht, wird er durch sie einfach ersetzt,
die spricht nicht und verzieht auch keine Miene,
gibt Daten weiter, denn sie ist vernetzt.

Eiszeit, Eiszeit,
Kälte macht sich breit.

nach oben

 

Entschuldigung

Des öfteren bin ich in meinem Leben
an Bettelnden vorbeigegangen, und an ihrer Not
und hab’ trotz meines Reichtums nichts gegeben
obwohl ich keine Sorgen hatte um mein täglich Brot.

Auch habe ich in meiner frühen Jugend
ganz ab und zu ‘mal einen schlechten Judenwitz gehört
und habe mir, vergessend alle Tugend,
das meine nur gedacht und mich nicht laut genug empört.

Es tut mir leid.
Es tut mir leid.
Es tut mir leid.

Wir leben gut und wir verbrauchen laufend
viel Energie und Rohstoff, was die Welt um uns zerstört,
die Hochöfen des Fortschritts fressen schnaufend
für unser’n Luxus das, was uns’ren Enkeln ‘mal gehört.

Es tut mir leid.
Es tut mir leid.
Es tut mir leid. Entschuldigung.

nach oben

 

Werbung macht das Leben leichter

Ist dein Leben dir zu fade
ja dann weiß doch jedes Kind:
Das Leben ist schön mit Jade
kauf dir dieses Zeug geschwind.

Fühlst du dich ganz ausgemergelt
und hast deine Arbeit satt,
sag ich dir, „genug gewerkelt,

have a break, have a Kitkat.“

Und hast du nichts mehr zu Lachen,
dann kauf dir ‘mal Haribo,
denn der Gottschalk sagt, die machen
Kinder und Erwachs’ne froh.

Tja den Damen schenk ich gerne
mal ein süßes, kleines Küsschen,
doch mit Zunge liegt’s mir fern, he!
Bei mir gibt’s Ferrero - Nüsschen.

Schwarz und weiß ist dein Salat hey?
Dann hab ich jetzt einen Tip.
Ganz schön bunt und nicht merh fad', - ey
wird er mit Miracle Wip.

Wer Werbung sieht, ist immer munter,
sie zeigt das Leben, wie es ist,
Werbung macht das Leben bunter,
so dass du Übles schnell vergisst.
Werbung hilft das Leben meistern,
steigert deine Lebenslust,

Werbung will dich stets begeistern,
zeigt dir, was du kaufen musst.

Wüstensand zwischen den Zähnen,
Wüstensand um deine Nase
und du schwitzt und hoffst mit Tränen
auf die Punika-Oase.

Zum Gelingen uns’rer Feste
gibt's nicht Limo und nicht Tee,
denn von Jakobs nur das Beste
gibt’s als Krönung zum Kaffee.

Tja, willst du ‘mal ganz nach oben,
dann steig nicht auf einen Hügel
und du musst nicht lange toben,
denn Red Bull verleiht dir Flügel.

Wer Werbung sieht, ist immer munter ...

Mit o.b. da läuft die Regel
dort ab, wo sie laufen soll
und das nicht beim Mann - ich Flegel -
sag' ganz laut, "das find’ ich toll".

Wie das Land so auch die Leute,
wie die Leute, so das Bier,
doch statt Jever trink ich heute
ein Taufkirch’ner und bleib’ hier.

nach oben

 

Vulkan

1. Es staut sich in fast unendlicher Tiefe
das aufgeschmolz’ne, flüssige Gestein.
Der Berg macht uns den Eindruck, dass er schliefe,
der Eindruck täuscht, man sieht nur nicht hinein.

2. Der Druck, er baut sich auf, steigt immer weiter,
von Magma und von Gasen, er steigt an,
wird er zu groß im Inner’n, dann befreit er
im Ausbruch sich der uralte Vulkan.

Vulkan, uralter Vulkan ...

3. Er schien erkaltet, schien der Welt gestorben,
die Menschen wiegten sich in Sicherheit,
er hatte sich den falschen Ruf erworben,
sehr fruchtbar nur zu sein für alle Zeit.

 4. Doch jetzt fließt Lava und es strömen Gase
so giftig, heiß den Bergrücken herab.
In dieser ersten, wilden, heißen Phase
da schaufelt er den Trägen Grab um Grab.

Vulkan, uralter Vulkan ...

Es folgt nun Explosion auf Explosion,
die Lava zeigt uns glühend ihren Tanz.
Die Aschenwolke wird zum Himmelsthron,
im giftig –gelblich und doch schönen Glanz.

 5. So stark die Eruption, sie wird versiegen
die Lava wird nun grau und fest und kalt.
Bald wird man sagen, er kam zum erliegen
vor vielen Jahren schon, nun ist er alt.

Vulkan, uralter Vulkan ...

nach oben

 

Achterbahn

1. Manchmoi lebst du vui zu schnoi,
dei G’schwindigkeit so groß,
jeder denkt sich, wos des soi,
wos is mit dem god los?
Pass grod auf, dass du dafür net zoist,
wenns’d’ aus da nächst’n Kurv’n außefallst.

2. Manchmoi geht’s mit dir bergob,
nur selten geht’s bergauf,
ob privat oder im Job,
wos nimmst net ois in Kauf.
Tja und aufwärts geht’s nia b’sonders schnoi,
doch abwärts fliagst du wia im freien Fall.

Mir fahr’n Achterbahn,
mir fahr’n Achterbahn,

des Leb’n spuit mit uns manchmoi, wia `s grod wui,
mir fahr’n Achterbahn,
mir fahr’n Achterbahn,

dir dreht’s dein Mag’n, des is a komisch’s G’fui.
Mir fahr’n Achterbahn,
mir fahr’n Achterbahn,

`s geht aufe, ganz steil owe, schnoi um’s Eck,
mir fahr’n Achterbahn,
mir fahr’n Achterbahn,

wenn du di net guat festhalts’t, fliagst du weg,
und land’st im Dreck.

3. Manchmoi beutelt’s dich im Leb’n,
es schmeißt dich hin und her:
Ja wo g’hörst du hi, zu wem?
Wer bist du eig’ntlich, wer?
Und der Grund dafür is manchmoi kloa:
oa Träne in dei’m Aug’ scho’ oder zwoa.

Mir fahr’n Achterbahn, ...

nach oben

 

Kinder san da Wahnsinn

Mir miaß’n no ins’  Wartezimmer, s’dauert no a Zeit
dann sitz’ ma uns hoit eine und beobachten de Leit,
de wart’n schweigend, angeödet, koana sogt a Wort
doch wia ich mit de Kinder auftauch’, schmuizt des Eis sofort
mir red`n mit’nander, miaß’n lacha’, jetz’ werd’s richtig sche
dem Charm von Kindern kunn so schnoi hoit koana widersteh.

Mi’m Rucksock auf’m Buck’l, schiab i unser’n Kindawog’n
duch’s G’schäft, mir kaufan ei, de Große derf ma s’ Körbal trog’n.
Sie bringt a Packerl Weinbrandtbohnen, „Na, de kriagst du net!“
De Kloane g’langt in’s Weinregal, i lauf’, doch i kimm z’spät,
de Große woant, de Kloane lacht, am Bod’n do fliaßt da Wein
de Leit schaun’ weg und seh’n doch ois, i tät am liaban schrein:

Kinder san da Wahnsinn, Kinder ärgern dich aufs Bluat,
sie strapazier’n dei Nerveng’rüst und dean da doch so guat,
mit Kindern lernst du sovui über’s Leb’n nomoi nei
sie san dei ganzer Stolz - - und sollten’s doch net sei,
sie bringan di ins Schlingern, schmeiß’n di aus deiner Bahn,
du liebst’as und du kannst’as manchmoi weils hoit so san ....
                                                                                         wias’ san.

Wia klar war, daß mir schwanger san und boid an Nachwuchs krian’
do ham mir d’rüber noch’denkt, wia ma den dann ‘moi erzian’:
„Mir miaß’n konsequent sei, streng und doch auch liebevoll,“

so ham mir g’moant, und trotzdem lauft’s oft net wia s’ laufa soll.
I möcht natürlich dass s’ des Selbstbewußtsein net verlier’n,
und trotzdem doch a paar vo’ meine Regeln akzeptier’n.

Kinder san da Wahnsinn ...

 „Kinda müaß’n amoi schrei’n - dann kriagn’s a guate Lung’.“
 „Lieg’nlass’n, wenn’s woant! Des schlaft scho ei.“
„Liab san s’ ja scho, gei?“
„Liebe brauchans’, Geborgenheit - und später a Goid.“
„Bloß net verzian’!“ 
„A kloane Watsch’n hot no neamt net g’schod’t.“

I möcht natürlich daß des Selbstbewußtsein net verlier’n,
und doch im Leb’n a paar vo’ seine Regeln akzeptier’n.

Kinder san da Wahnsinn ...

nach oben

 

Uns’re Kloana werd’n groß   

1. De Zeit'n san vorbei, dass ich im Wartezimmer sitz,
und meine kloana Mäd’ln reiß’n drin so manchen Witz,
de Leit, schau’n recht belustigt zua und dabei werd vui g’lacht,
weil Kinder seh’n und zuahör’n einfach guate Stimmung macht.

2. De Zeit’n san vorbei, dass ich am Supermarktregal
mit Panik reagier’n muaß, weil de Kloane mir zur Qual,
probiert, dass sie a Flasch’n Wein zu mir an ´s Wagerl bringt,
und de dann auf’n Bod’n fliagt und in 1000 Teile z’springt.

Uns’re Kloana werd’n groß,
und sie lass’n uns los, - woll’n auf eig’ne Füß steh’.
Ja, aus Kindern werd’n Leut,
und so sehr uns des g’freit, -  werd’n s’ doch irgendwann geh.
Und sie glaub’n wos sie glaub’n
und sie hab’n, eanan Tra(u)m, - den werd’n mir net versteh’.
                                                         - den werd’n mir net versteh’.

3. Wenn ich heut laut und lustig bin, net angepasst und fad,
dann sag’n `s glei’: „Du bist peinlich, Papa, sei doch endlich stad“,
Wenn ich heit frog, ob’s g’lernt hab’n,- ob i schulisch helfa ko,
dann können’s ganz bös’ schau’n, ois hätt’ ich ganz wos furchtbar’s do.

4. De Woid, de sie sich bau’n aus dem wos eana wichtig is’,
kunn ich oft net versteh und hoff, ich mach’s eana net mies,
de Wege, de mir einschlag’n, de werd’n auseinander geh’,
doch immer ist’s und war’s mit’nand und bleibt’s hoffentlich sche’.

Uns’re Kloana werd’n groß,
und sie lass’n uns los, - woll’n auf eig’ne Füß steh’. . .

Mir werd’n vui net versteh’, doch i muaß’s tolerier’n,
des muaß irgendwie eine in unser oid’s Hirn.
Unsre Kloana werd’n groß und aus Kinder werd’n Leut’,
und wenn mir des kapier’n
werd’n mir sie net verlier’n. - - - - - - -  doch des braucht ois’ sei Zeit

Uns’re Kloana werd’n groß,
und sie lass’n uns los, - woll’n auf eig’ne Füß steh’. . .

nach oben

 

Grabstein

Auf sein’ Grobstoa schreibt’s eam,
dass er z’fried’n war,
dass er z’fried’n war,
mi’m Leb’n.
Auf sein’ Grobstoa schreibt’s eam,
dass er z’fried’n war,
dass er z’fried’n war,
mi’m Leb’n.

Vielleicht is er - a guata Papa g’we’n -
seine Kinder – vielleicht?
Vielleicht is er – a guata Mo’ auch g’we’n -
seiner Fra-u – vielleicht?

Auf sein’ Grobstoa schreibt’s eam,
dass er z’fried’n war, ...

Vielleicht is er - a guata Lehrer g’we’n -
seine Schüler – vielleicht?
Vielleicht is er – a guater Sohn auch g’we’n -
seine Eltern – vielleicht?

Auf sein’ Grobstoa schreibt’s eam,
dass er z’fried’n war, ...

Vielleicht is er – a guater Sänger g’we’n -
seine Lieder – vielleicht?
Vielleicht is er – er a guater Mensch auch g’we’n –
and’re Mensch’n – vielleicht?

Auf sein’ Grobstoa schreibt’s eam,
dass er z’fried’n war, ...

nach oben

I war am Ende

1. I war am Ende, war am Boden g’leg’n, war zerstört,
doch du host g’sogt, hey, ruaf mi o
wenn’st moanst, dass i dir helfa ko,
du warst spazier’n mit mir, host dir mein Schmarr’n o’g’hört.

2. I war am Ende, war am Boden g’leg’n, und hob g’woant
doch meine Freund’ aus alter Zeit,
de war’n bei mir und war’n bereit
mir nah zu’ sei’, vui näher, wia i jemois g’moant:

I sog laut DANKE zu de Mensch’n, de mir g’holfa hab’n,
mir g’holfa einfach so und ummasonst, - -
es habt’s mi außazog’n aus all dem Dreck und aus’m Schlamm,

habt’s domois sovui an mi denkt,
mir zuaghört, sovui Stund’n g’schenkt,
wart’s guat zu mir, so wia st’ ois  Freund grod konnst.

3. I war so fertig, war am Boden g’leg’n, war am End’,
und net zuletzt auch weg’(e)n dir
hob g’moant,du  stünd’st net neba mir,
doch du warst do und i hob’s sovui lang net `kennt:

4. I war so fertig, war am Boden gleg’n,  `wuit vergeh’,
und du, du warst der Grund dafür,
doch du host einfach sovui G’spür,
und sovui Weisheit, bist mir nah blieb’n, des war sche’!

I sog laut DANKE zu de Mensch’n, de mir g’holfa hab’n, ...

nach oben

 

Wenn de Wolken …     

1. Es gibt die Zeiten, do moanst dass es nimmer weitergeht,
es gibt die Zeit, in der es schlecht um
di steht.

2. Es gibt die oane oder andere Begebenheit,
in der di ´s Leb’n nimmer so b’sonders guat g’freut:

3. Doch es is’ ganz egal, wia dunk’l, dass es werd im Leb’n,
es wär so schod, tät’s gor koa Hoffnung mehr geb’n:

Wenn de Wolken no’ so dick und schwarz am Himme’ steh’n:
D’rüber scheint de Sunn und sie werd net vergeh’,
Wenn de Wolken no’ so dick und schwarz am Himme’ steh’n:
D’rüber scheint de Sunn so strahlend, hell und sche’.

Geht sie in der Nacht dann unter, weil sie scheinbar ganz tiaf schlafft,
kimmt sie doch ganz frisch und munter  z’ruck mit ihrer oid’n Kraft.

Kimmt sie doch ganz frisch und munter z’ruck,
ohne Zwang, Berechnung, ohne Druck,

wirst es spür’n wos dann des Liacht -, wos dann de Wärm’ in dir ois’ schafft.

4. Manchmoi do hob i nimmer g’wisst, wia soll’s g’rod weitergeh’
doch irgendwie war’s Leb’n dann oiwei no’ sche.

5. Und es gibt Zeit’n, do scheint unser Leb’n so hoffnungslos;
doch war mei Hoffnung all’weil irgendwie groß:

Wenn de Wolken no’ so dick und schwarz am Himme’ steh’n …

nach oben

 

Wir standen einst im Sonnenschein

1. Wir lebten unser Leben so:
War’n meist zufrieden, und auch froh:
Kamen selten tief ins Grübeln,
hatten uns nichts zu verübeln,
wenn ich manchmal auch ganz gerne floh.

2. Wir lebten unser Leben gern’,
wir konnten uns echt nicht beschwer’n:
Selten gab es mal extreme,
fast unlösbare Probleme,
standen unter einem guten Stern:

Wir standen einst im Sonnenschein,
   nun stehen wir im Regen,
   ein jeder steht für sich allein,
   muss seine Wunden pflegen,
   die wir uns beizeiten schlugen,
   weil wir uns nicht mehr vertrugen,
   wie kann alles das geschehen sein?
Wir standen einst im Sonnenschein,
   nun steh’n wir in der Kälte,
   ein jeder steht für sich allein,
   weil ich dich zu sehr quälte?
   Worte schlugen schwere Wunden,
   Kämpfe über viele Runden,
   trunken von Gewalt und zu viel Wein.
Wir standen einst im Sonnenschein.

3. Das Leben spielte einen Streich,
zunächst beschenkte es uns reich:
Glück manchmal, Zufriedenheiten,
nahm uns dann jedoch bei Zeiten
alles weg, dem Leben ist das gleich:

Wir standen einst im Sonnenschein …

nach oben

 

Es duat mir Leid

1. Früher host du di’ gern’ an mi’ oneg’loant
doch i hob dir weh’do
i hob dir weh’do und du host bloß nur mehr g’woant.

2. Mir hab’n Spaß g’habt und hab’n vui mit’nader g’macht
doch i hob dir weh’do
i hob dir weh’do und du host gor nia mehr g’lacht.

Ref.: Es duat mir Leid, wahnsinnig leid, doch i woaß net,
wia geht es weiter und is’ net scho ois’ vui z’spät.
Es duat mir leid, wahnsinnig Leid, doch i woaß scho,
dass i wia `s g’laffa is net weitermacha ko.
     
Es duat mir Leid, aber es konn - doch neamt wos dafür!
      Es duat mir Leid, wenn ich in mir -  so gor nix mehr g’spühr’!
Es duat mir Leid, wahnsinnig Leid, weil ich ´s net w-u-i-t,
dass grod i selber `moi do steh’,
wo i jetz’ bi’, und dass i geh’.
      Es duat mir Leid, wahnsinnig Leid, des wuit i nia!
                                            
Doch wer hätt’ d’ro S-c-h-u-l-d?

3. Mir war’n z’fried’n mit Kind und Kegel, Katz und Haus,
doch i hob dir weh’do
i hob dir weh’do, und i brich jetzt plötzlich aus!

Ref.: Es duat mir Leid, wahnsinnig Leid, doch i woaß net, ...

nach oben

 

Wir sind manchmal wirklich komisch 

 Wir sind manchmal wirklich komisch,
manchmal staune ich schon sehr,
denn was wichtig für uns wär,
zählt oft wenig oder nicht, -
andres fällt sehr ins Gewicht.

Wir sind manchmal wirklich komisch,
wenn wir uns fast ruinier’n,
die Gesundheit strapazier’n,
doch was unser Körper will, -
zählt bei uns oft nicht sehr viel.

Wir sind manchmal wirklich komisch,
lassen uns sehr gern verführ’n,
uns durch Masken stark berühr’n,
schauen selten ganz tief rein, -
viel mehr gilt der äuß’re Schein.

Wir sind manchmal wirklich komisch,
denn was wirklich für uns zählt,
und was los ist auf der Welt,
int’ressiert oft nur am Rand, -
and’res scheint so  int’ressant.

Wir sind manchmal wirklich komisch,
wenn es uns mal schlechter geht,
uns der Sinn der Sinn nach Weinen steht,
setzen wir ein Lächeln auf, -
so als wären wir gut drauf.

nach oben

 

Ja ich bin wieder do

1. Es is Frühling und es geht mir durch und durch,
wenn de Sonn’ am Himme lacht,
uns zu neue Mensch’n macht,
es is Wahnsinn, wia i wieder danoch suach,
dass i ein’tauch in des Leb’n,
des hot’s so lang nimmer geb’n.

2. Es is anders, wenn ich in die Tast’n greif’,
wos i spui klingt plötzlich groß,
klingt so voll und virtuos.
Meine Lieder klingen abgeklärt und reif
und i glaub, fast jeder spürt
dass’ in mir ois treibt und bliat.

Ja i bin wieder do,
weil i mi wieder rühr’.
Ja i bin wieder do,
und bin dankbar dafür.
Ja i bin wieder do,
und i wui, dass i nia,
mehr des endlose Nichts in mir spür!
Ja i bin wieder do,
und leb’ auf  wega dir.
Ja i bin wieder do,
und i wui, dass i nia
mehr mi selber so total verlier’.

3. Ich war lange Zeit net wirklich auf da Woit,
mich hot nix und neamand g’juckt,
war vom Erdboden verschluckt,
ich war innerlich ergraut und ziemlich oid,
doch jetzt kriag ich wieder Schwung:
Ich bin do! Bin wieder jung.

nach oben

 

Des hätt’ i niamois denkt

1. Des hätt’ i niamois denkt,
dass i amoi a Lehrer wer’,
dass i moi in am Klassenzimmer ganz laut plärr,
dass i mit Schülern Mathe und Physik betreib’
dass i auf Proben schlechte Noten schreib.

2. Des hätt’ i niamois denkt,
dass i amoi auf Bühnen steh,
dass i mit meine Liada jetz’ auf Reis’n geh,
dass i Erfolg hob und de Leit de Texte g’foin,
dass i Applaus kriag und sie Eintritt zoin.

3. Des hätt’ i niamois denkt,
dass i moi ganz von vorn o`fang,
dass i mit dem wos bisher g`we`n is nimmer g`lang,
dass i des Leb`n wia`s bisher g`we`n is nimmer mog,
dass i amoi an neuen Weg eischlog.

4. Des hätt’ i niamois denkt,
dass du mir moi so nah sei werst,
dass du ois Partner irgendwann ganz zu mir g`hörst,
dass du de Frau bist, de mit mir durch’s Leb’n geht,
dass du de bist, de so fest zu mir steht.

5. Des hätt’ i niamois denkt.

nach oben

 

Wer ohne jede Sünde ist

1. Er kauerte am Boden und er zeichnete im Sand,
als sie, die angeklagt,
verzweifelt und verzagt
so schuldbewusst, so ängstlich, so alleine vor ihm stand.

2. Die Menschenmenge damals sagte Ehebruch ihr nach:
Kein Kavaliersdelikt.
Er urteilte geschickt,
und weise, als er endlich wie ganz selbstverständlich sprach:

Wer ohne jede Sünde ist, der werf’ den ersten Stein!
Wer nicht ganz frei von Schuld,
der üb’ sich in Geduld,
der möge so wie Gott dem Sünder seine Schuld verzeih’n.
Wer ohne jede Sünde ist, der werf’ den ersten Stein!
Wer selber falsch und schlecht,
der spreche hier nicht Recht:
Und jene Menschen gingen weg und ließen sie allein.
Wer ohne jede Sünde ist, der werf’ den ersten Stein!
Wer ohne jede Sünde ist, der werf’ den ersten!

3. Ich war nicht immer ganz gerecht, war manches Mal gemein:
In Schule, Politik,
im Streit und bei Kritik
und wusste doch, ich sollte besser voller Güte sein.

Wer ohne jede Sünde ist, der werf’ den ersten Stein! …

4. Familie war mir wichtig, Treue war nicht bloß ein Wort,
doch nach ganz großem Leid,
nach vielem Zwist und Streit,
ging ich mit großer Schuld beladen weg, für immer fort.

Wer ohne jede Sünde ist, der werf’ den ersten Stein! …

nach oben

 

Don Quijote

1. Es gibt Dinge, die uns Menschen überragen,
manche Schwierigkeit belastet uns extrem,
manches ungelöste, drängende Problem.
Diese Ohnmacht ist dann kaum mehr zu ertragen,
ich beginn’ um mich zu schlagen,

ich werd laut und peinlich, werde für die Menschen unbequem.
 

2. Und so kämpfe ich mich dann aus allen Tiefen,
aus den Niederungen, aus der Agonie,
steig’ heraus, aus unser aller Lethargie - -
und veracht’, die mahnend mich zur Ruhe riefen,
die vor Selbstmitleid nur triefen,
die da harren, die da warten – und war g’rad noch so wie  sie.

3. Und dann zieh’ ich aus und kämpfe gegen Mühlen,
gegen Riesen, die ich rücksichtslos zerstampf’
gegen Ungeheuer führe ich den Kampf, - -
muss die Hitze des Gemüts bei Zeiten kühlen,
und kann plötzlich deutlich fühlen:

Ich mach mich zum Deppen und in allen Gassen zum „Hans Dampf“.

Ich errette diese Welt, bewahre sie vor dem Bankrott,
         
ich bin der Held unserer Tage,
bin Befreier und verhindere so manch’ böses Komplott,
         
in diesen harten, schweren Zeiten.

Bin Bewahrer und vermeide möglichst Müll und and’ren Schrott,

        
ein „Umwelt-Engel“  -  ohne Frage,

Moralist bin ich, kämpf´ ehrlich und ich ernte doch nur Spott,

        
lass mich vom Wahren, Edlen leiten,
        
werd’ den Menschen gern’ zur Plage,
        
gegen Mühlen werd’ ich reiten,
        
wie der, dessen SCHILD ich trage: -

        
lass mich vom Wahren, Edlen leiten,
        
werd’ den Menschen gern’ zur Plage,
        
gegen Mühlen werd’ ich reiten,
        
wie der, dessen SCHILD ich trage: -   -  - Don Quijote.

 4. Viele Menschen kaufen billigst und zerstören
dabei konsumierend uns’re eine Welt,
wichtig ist ihnen, sie sparen dabei Geld. - -
Es gibt Mächte, die sich, wie ich mein, verschwören,
tun als würd’ ihnen gehören,
unser aller Gut und ich bin, der sich dem entgegenstellt.

Ich errette diese Welt, bewahre sie vor dem Bankrott, ...

5. Manch Gerücht ist längst schon bei der zehnten Hürde
und die Wahrheit steht noch unschlüssig am Start,
Diffamierten wird aus Rücksicht sie erspart. - -
Ich leg’ alles offen, trage diese Bürde
schenk’ Verleumdeten die Würde,
das erträgt die Welt nicht und sie zürnt mir unerbittlich hart.

Ich errette diese Welt, bewahre sie vor dem Bankrott, ...

6. Vieles Schlimme, wiederholt sich immer wieder:
Menschen hungern, leiden Ängste und erfrier’n,
spielen Krieg, weil sie das Leben nicht kapier’n. - -
Und die Menschlichkeit, die liegt schier ganz darnieder,
doch ich singe meine Lieder,
für den Frohsinn für das Gute, biet’ der „bösen“ Welt die Stirn:

Ich errette diese Welt, bewahre sie vor dem Bankrott, ...

nach oben

 

Ballade vom Lernen

1. Uns’re Kinder lernen, wie man richtig schreibt,
wie man ein substantiviertes Verb erkennt,
dass das „scharfe S“ am Wort-Schluss unterbleibt,
wie man Kommas setzt und wie man richtig trennt.

2. Uns’re Jugend lernt, was Cäsar einst gedacht,
wie man Zahlen wurzelt, wie man potenziert,
wie man Strom in uns’ren Kernkraftwerken macht,
wie man Links für eine Web-Site generiert.

Ref.: Doch wer lernt ihnen das Lesen – zwischen Zeilen, das Versteh’n,
und wer lehrt sie die Geschichte – ihres Daseins und Vergeh’n,
und wer lernt ihnen das Rechnen – mit den Dingen, die gescheh’n,
und wer lehrt sie denn das Lernen,
und wer lernt ihnen das Lernen, – um als Mensch hier zu besteh’n?
und wer lehrt sie dass sie lernen, – um die Wahrheit selbst zu seh’n?

3. Uns’re Kinder lernen, wie der Kuckuck lebt,
wo das Eichhörnchen die Nüsse sich versteckt,
wie die Sonnenblume nach der Sonne strebt,
dass Kolumbus einst Amerika entdeckt.

4. Uns’re Jugend lernt, vom 30-Jähr’gen Krieg,
lernt die Namen von so manchem Molekül,
von Napoleon und seinem letzten Sieg,
und vom Frühling ein Gedicht voller Gefühl.

Ref.: Doch wer lernt ihnen das Lesen – zwischen Zeilen, das Versteh’n …

5. Uns’re Kinder lernen, uns zu respektier’n,
lernen Höflichkeit und wie man sich benimmt,
dass im Winter wilde Tiere nicht erfrier’n,
und das Christkind ihnen die Geschenke bringt.

Ref.: Doch wer lernt ihnen das Lesen – zwischen Zeilen, das Versteh’n …

    Bridge: Und wer lernt den Kleinen, dass wir ihre Zukunft g’rade stehl’n,
   
dass die Stoffe, die wir heut verschwenden, ihnen morgen fehl’n,
    
dass die Fernseh-Welt mit allen ihren Stars und all dem Kult,
   
sie nur dümmer macht und angepasst, sie werden eingelullt,
   
werden abgelenkt vom Dasein, von der wirklich, wahren Welt,
   
und von dem, was menschlich wichtig,
   
ja wer sagt ihnen, was richtig,
   
was gefährlich ist und nichtig
- und was wirklich für sie zählt?

6. Uns’re Jugend lernt von Goethes Sturm und Drang,
wie man Nomen je nach Kasus dekliniert,
lernt den Farbkreis, lernt vom Licht und auch vom Klang,
wie man Verben je nach Modus konjugiert.

Ref.: Doch wer lernt ihnen das Lesen – zwischen Zeilen, das Versteh’n …

    Bridge: Und wer lernt den Jungen, dass wir ihre Zukunft g’rad verbau’n,
   
dass wir mehr auf uns’re Aktienkurse als auf and’res schau’n,
   
dass der Börsen-Index mehr als jede and’re Nachricht zählt,
   
dass wir plündernd und global verseuchen eure/ihre eig’neWelt.

   
Zum Verbraucher multimedial dressiert und überwacht
   
seid ihr/sind sie da, zu konsumieren,
   
um als Stimmvieh zu parieren,
   
und als Fußvolk zu marschieren,
- ohne Mittel, ohne Macht.

Ref.: Und wer lernt ihnen das Lesen – zwischen Zeilen, das Versteh’n …

nach oben

 

D’ Sonn’   

1. In der Nacht, do is es finster und do is es manchmoi koid
und so unheimlich is olles und gor g’fährlich scheint de Woid.
In der Nacht, do werd der munter, der sich gern’ vor’m Liacht versteckt
do werd manches Böse, Schlimme von der Dunkelheit verdeckt.
In der Nacht, do is es finster und do is es manchmoi koid,
doch wos wirklich für uns zoit:
Dass de Sonna Tog für Tog ihr Leucht’n über olles legt.

2. Jeder Morg’n, der is Erwachen, do fangt olles o’ zum Sei’
do kriagt olles wieder Farben, do wird olles wieder nei,
wenn de Sonna über’n Horizont ganz langsam aufakimmt,
wenn sie Tog für Tog de Dunkelheit und Koit’n wegatnimmt.
Jeder Morg’n, der is Erwach’n, do fangt olles o’ zum Sei’,
und de Nacht is dann vorbei:
Und de Sonn ziagt auf wo grod no zärtlich mancher Stern verglimmt.

3. Dann wird’s wärmer und de Sonna, de wird stärker, steigt und steigt,
und die Luft fangt o zum Knistern, manche Grill`n, de zirpt und geigt.
Sie ziagt Wasser in de Bäum’ nei, lasst de Pflanz’n aufrecht steh’
macht an Wind, an Sturm, an Reg’n, und macht doch `s Wetter wieder sche.

Dann wird’s wärmer und de Sonna, de wird stärker, steigt und steigt,
bis sie sich zum Abend neigt
und noch langem Weg und Abendrot wird’s wieder untergeh.

4. Doch die Sonn, de kunn a scheina, in da tiafst’n koid’n Nacht,
in uns drin, wenn uns wer huift, wenn sich wer ´freut, wenn oana lacht.
Wenn dir oana, wenn’s da schlecht geht, zuahört, Trost und Wärme gibt,
wenn der Schwache a sei Chance kriagt, und er wird net ausgesiebt.
Doch die Sonn, de kunn a scheina, in da tiafst’n koid’n Nacht,
mit no’ vui vui mehra Macht:
In uns Mensch’n ganz tiaf drinnat, wenn wer innig, ehrlich liebt.

 

Alles Gute zum Geburtstag…

1. Er war Politiker, ein Machtmensch, wie’s für’n Adel sich gehört,
von Gottes Gnaden Herzog,
der aus dem Norden herzog, - -
und hier bei Freising hat er dann die Brücke abgebrannt, zerstört,
und hat, so sagt die Kunde,
auf seinem eig’nen Grunde
         diese Brücke neu erbaut,
     sowas machte damals reich wegen der Brücken-Querungs-Maut,
     Löwe Heinrich hat auf seinen eig’nen Vorteil nur geschaut.

2. Es lebten Mönche in der Gegend, wo die Brücke neu entstand,
am wilden, klaren Wasser,
er wusste gar nicht, dass er - - 
damit die Gründung einer Stadt bewirkte an der Isar Strand,
brutal zwar und zerstörend,
was nicht ihm selbst gehörend,
         nahm er Kampf und Krieg in Kauf,
     und die Stadt bei jenen Mönchen nahm als München ihren Lauf,
     später blühte sie als Hauptstadt aller Bayern richtig auf.

Ref.: Alles Gute zum Geburtstag Dir Du schöne stolze Stadt!
Nach Geburtsweh'n voller Schmerz
bist DU Weltstadt nun mit „Herz“.
Alles Gute Dir, die diese schwarzen Seelen-Flecken hat,
und auch braune, ist Dir klar,
wie Dein Wachsen schmerzhaft war?
Alles Gute zum Geburtstag Dir Du schöne stolze Stadt!
Alles Gute Dir und der Region, die Dich zu tragen hat!

3. Sie sind Politiker und Machtmenschen, die uns mit Macht regier’n,
nach nun achthundertfünfzig
von Jahren kann man künftig - -
wie schon mal früher hier in Freising Macht und Ohnmacht gut studier’n:
Brutal und so zerstörend,
ein Wachstum stets beschwörend
         wird der Airport ausgebaut,
     wird zum Jubiläum Münchens Freising neuerdings versaut,
     wieder wird nur auf die Wirtschaft, auf Profit und Geld geschaut.

Ref.: Alles Gute zum Geburtstag Dir Du schöne stolze Stadt!

 

nach oben